Alarm im Altersheim!
Am letzten Samstag-Nachmittag heulten in Gächlingen, Neunkirch und Siblingen zu gleicher Zeit die Alarm-Sirenen! Aufgeboten wurden damit die Feuerwehren dieser drei Gemeinden als Mitglied der Feuerwehr MittelKlettgau. Grund: im Altersheim Winkel in Neunkirch war ein Brand ausgebrochen. Es galt, die betagten Bewohnerinnen und Bewohner zu retten und zu evakuieren. Unterstützt wurden sie darin vom Samariterverein Gächlingen/Neunkirch. – Resultat: die Übung ist vollauf gelungen!
Es war für einen Aussenstehenden schon sehr eindrücklich, wie der Aufruf an die Feuerwehrleute praktisch reibungslos funktionierte. Punkt 13.30 Uhr ging der Alarm in den drei Gemeinden los und nur wenige Minuten später waren deren Feuerwehren am Brandplatz. Es galt, die betagten Bewohnerinnen und Bewohner des Alters- und Pflegeheims Winkel in Sicherheit zu bringen und sie, wenn nötig, sofort in medizinische Pflege zu geben. Letzteres wurde in gewohnt professioneller Weise von den Angehörigen des Samaritervereins Gächlingen/Neunkirch erledigt, unterstützt wurden sie dabei von einer Equipe aus dem Kantonsspital Schaffhausen. Es war sozusagen also die ganze Rettungskette im Einsatz.
Personen-Rettung mittels Hubstapler und über die Leiter
Die Rettung der akut gefährdeten Personen erfolgte auf der Westseite mittels eines Hubstaplers, auf der Ostseite über eine Leiter – und beides nota bene aus dem obersten Stockwerk der in Mitleidenschaft gezogenen Liegenschaft. Alles funktionierte perfekt, die Verletzten konnten in die Pflegestelle gebracht, die Unverletzten nach zum Teil waghalsiger Rettung wieder in Sicherheit gebracht werden. Alles lief reibungslos.
Zum Glück nur eine Übung
Was hier geschildert wird, war zum guten Glück nur supponiert, also lediglich eine Übung – die Hauptübung der Feuerwehr MittelKlettgau. Verantwortlich dafür waren Kommandant René Spörri und Übungsleiter Robin Schachenmann, die Hauptleitung lag bei Simone Kronenberg. Im Einsatz waren, eingeschlossen die Samariterinnen und Samariter, rund 100 Personen. – Um 14.35 Uhr war die Übung vorbei, Simone Kronenberg konnte zur Übungsbesprechung schreiten. Für sie selbst war es der erste solche Einsatz. Übungsleiter Robin Schachenmann zeigte sich mit der Leistungsbereitschaft (‚diese war sensationell!’) und dem Einsatzwillen des gesamten Korps sehr zufrieden. Schliesslich konnten die Geräte gewartet und wieder an ihren Platz zurückgebracht werden – auf dass sie (wenigstens für einen Ernst-Einsatz) nicht so schnell wieder hervorgeholt werden müssen!
Lob und Kritik
Bei der anschliessenden Zusammenkunft in der Städtlihalle Neunkirch wurden die Feuerwehrleute von Gemeindepräsident Franz Ebnöther begrüsst und ihnen für den gezeigten Einsatz herzlich gedankt. Es war die vierte Hauptübung seit der Gründung des Verbandes im Jahre 2006. Kommandant René Spörri lobte sein Korps und stellte fest, ‚dass man sich im Vergleich zu früheren Jahren ganz enorm gesteigert habe’. Man sei ‚mit Vollgas dabei und jederzeit Herr und Frau der Lage’. Indessen ortete er auch ein gewisses Verbesserungspotenzial. So unter anderem beim Besuch der Übungen, welchen er mit 70 % als zu knapp bezeichnete. Auch rief er die Korpsangehörigen dazu auf, zum Material unbedingt mehr Sorge zu tragen! ‚Dennoch: wir können stolz sein auf das, was wir im vergangenen Jahr geleistet haben!’ – Einsatzmässig erwähnte er rund 600 Einsatzstunden, vor allem aber den Wohnungsbrand an der Zelgstrasse in Neunkirch. Dabei gedachte er auch des damals leider ums Leben gekommenen Wohnungsbewohners.
Verdiente Korpsangehörige
Kommandant Spörri durfte auch dieses Jahr wieder etliche langjährige und verdiente Korpsmitglieder ehren. Unter anderen Hansruedi Schnetzler, Gächlingen für 29 Dienstjahre, Brigitte Katharina Walter, Siblingen und Riccardo Föelix, Gächlingen für je 16 Dienstjahre und Peter Werner, Gächlingen für 15 Dienstjahre. 16 Damen und Herren konnten neu aufgenommen, elf konnten für einen hundertprozentigen Übungsbesuch gelobt werden. Und schliesslich konnte Denny Krieger zum Kpl ernannt werden. – Dann ging es über zum gemütlichen Teil – bei einem feinen Essen, hergestellt von Andi Bolz aus dem Altersheim Winkel, und einem ebensolchen Tropfen aus dem Blauburgunderland. Auf dass, neben der ständigen Bereitschaft zum Ernst-Einsatz, auch die Kameradschaft nicht zu kurz komme!
Quelle: Kurt Schönberger




